Erst habe ich versucht, das Missgeschick dadurch zu kaschieren, dass ich die ganze Woche lang Haarreifen getragen habe. Nur leider habe ich den Pony zwar kurz geschnitten, also zu kurz, um ihn offen zu tragen. Auf der anderen Seite war er jedoch noch immer zu lang, so dass hinten aus dem Haarreifen immer Ponypartien in alle Richtungen standen.
Zwischendurch habe ich es damit versucht, den Pony mit einem Lockenstab zur Seite zu föhnen – das sah aus wie eine 60er, 70er Jahre Powerfrisur. Kurz: alles zum heulen!!!
Heute Morgen hab ich es dann endlich zum Friseur geschafft. Ich hoffte, da der Friseur etwas abseits liegt, einen leeren Laden vorzufinden, wo man unentdeckt von sämtlichen anderen Menschen mein Missgeschick schnell beheben würde. Nix da, wäre zu einfach gewesen. Der Friseurladen war für seine Verhältnisse ziemlich voll, so voll, dass eine der Friseurinnen mich von ihrem aktuellen Kunden aus fragte, was ich wünsche. Verschämt meinte ich, ob denn spontan Zeit wäre, meinen Pony zu schneiden. Gedacht habe ich mir: Bitte, ich bin ein Notfall, guck doch, so kann man mich hier nicht wieder raus lassen – rette mich. Zum Glück war das unnötig, man hatte auch so nach kurzer Wartezeit Zeit für mich.
Die Friseurin sah mich bzw. mein misslungenes Möchtegern-Meisterwerk erstmal an. Mit einem Lächeln meinte sie, momentan sei es anscheinend Mode, sich selbst an den Haaren zu versuchen, ich sei nämlich an diesem Vormittag schon die Zweite, welche damit ankäme. Zum Glück hätte ich aber wenigstens noch etwas zum „retten“ da gelassen. Meine Vorgängerin hatte ihren Pony wohl ratzekurz geschoren, so dass die Friseuse fast nichts mehr machen konnte. Bei mir sah sie zumindest die Möglichkeit, dass sie mich mit besserer Frisur wieder aus dem Laden gehen lassen könnte.
So war es dann auch: Sie legte den Pony komplett auf die Stirn, schaute mich ein paar Sekunden an, schnitt an der ein oder anderen Stelle noch einwenig nach, föhnte kurz, gab einwenig Wachs auf die Ponypartie und fertig war ich. Und verwundert auch, so habe ich mich nämlich noch nie im Spiegel gesehen. Normaler Weise hatte ich immer einen recht langen Pony. Selbst als er mal einwenig kürzer war (so bis zur Nasenspitze) habe ich ihn immer zur Seite und mit Scheitel getragen. Jetzt habe ich den Pony bis zu den Augenbrauen und er bedeckt die komplette Stirn – sieht neu aus, einwenig moderner, anders, aber: besser als vorher und so langsam gefällt mir das auch!
Statt selber zur Schere zu greifen, hätte ich es lieber so machen sollen, wie die Bloggerinnen von Crazytoast und der Blogwiese – die Beiden haben ihre Typveränderung ja auch direkt beim Friseur machen lassen und kamen erst gar nicht auf die glorreiche Idee, es selbst zu probieren. Für das nächste Mal bin ich jetzt immerhin schlauer
Das Verwunderlichste hätte ich jetzt fast vergessen zu erwähnen: Nachdem ich wieder zurecht geschnitten worden bin und mit dem Ergebnis zufrieden war, tapste ich natürlich ganz brav Richtung Zahltheke – dort strahlte die Friseurin mich an und meinte „Das ist Service“ Äh, ja, gerne, super, toll, DANKE !
Schade, dass der Salon keine Website hat, sonst hätte ich neben den lobenden Worten hier auch gleich noch verlinkt, denn so einen Service erlebt man ja nun wirklich nicht alle Tage. Kostenlos beim Friseur gewesen bin ich jedenfalls vorher noch nie.

















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